Schläfrig öffne ich die Augen. Die Nacht war kurz. Ein kurzer Moment der Desorientierung zieht vorbei, als ich meinen Blick durch das Zimmer streifen lasse. Die Sonne scheint hell durch die großen Fenster herein, auf den weichen Teppich, den großen Eichenschrank, das gemütliche Bett und auf Sie.
Ihr lieblicher Körper zeichnet sich sanft unter der Bettdecke ab. Ihr wunderschönes Haar liegt in kleinen Strähnen über das Kissen ausgebreitet. Ihr zart geformtes Gesicht, zu mir gewandt, ist von jener ruhigen Gelassenheit, die der süße Schlaf mit sich bringt, und doch ist es noch viel schöner, als der Sonnenaufgang vor den Fenstern.
Auf meinen Arm gestützt sehe ich in dies wunderbare Antlitz und vergesse ganz die Zeit. Minuten vergehen – eine halbe Stunde - eine Stunde. Stillschweigend genieße ich den Augenblick, die Ruhe, hier, an diesem Ort, zu dieser Zeit, nur mit Ihr. Ich hebe meine freie Hand und streiche sanft eine der kleinen Strähnchen aus Ihrer Stirn, als sie leicht seufzend Ihren Kopf nach der anderen Seite dreht und weiter in schönen Träumen verweilt.
Einen kurzen Moment verweile ich noch. Dann schäle ich mich behutsam aus den Laken, schreite über den Teppich zur Balkontür und öffne sie vorsichtig.
Ein kleiner Luftzug stiehlt sich durch die offene Tür in das Zimmer. Schnell trete ich hinaus auf den Balkon und schließe vorsichtig, und mit einem kurzen Blick zum Bett, die Türe hinter mir.
Ich drehe mich zur Brüstung und genieße den Wind, der angenehm kühl um meine nackte Brust streicht. Mein Blick gleitet über den rot gefärbten Himmel. Beinahe schon hat es die Sonne vollends über den Horizont geschafft und die ersten kleinen Wölkchen ziehen fluffig und mit Gemach über das bleicher werdende Rot. Ich lasse meinen Blick weiter ziehen, zu den hohen Gipfeln entfernter Gebirge und sehe schließlich zu den Dächern, den Häusern und den Straßen unter mir.
Es herrscht schon geschäftiges Treiben unten, in den Straßen. Eine verschrumpelte Alte leert ihren Nachttopf aus einem Fenster in eine kleine Gasse hinab. Bauern treiben ihre Wagen zum Markt hin, um dort ihr Gemüse, Obst und gar ihr Vieh feil zu bieten.
Ich lasse diese Szenerie auf mich wirken, als ich höre, wie hinter mir die Tür zum Zimmer geöffnet wird. Nackte Füße tappen langsam zu mir hin und schon gleiten Ihre Arme von hinten um meine Taille und sanft legt Sie Ihren Kopf auf meine Schulter. Leicht lehne ich meinen gegen Ihren Kopf und umfasse Ihre zarten Hände.
Und so stehen wir hier auf dem Balkone und sehen der Sonne zu, wie sie uns den neuen Tag entgegenbringt.







